|
| Die wesentlichen methodisch/didaktischen Bezugspunkte der Männer-Radikalen-Therapie
lassen sich am ehesten mit Bezug auf das "R" im Kürzel M.R.T. aufzeigen:
Radikal im Sinne von M.R.T. bedeutet entsprechend des ursprünglichen
Wortsinns "tief, bis auf die Wurzel gehend". Dabei wird davon ausgegangen,
daß in den ersten Momenten ihres Daseins alle Menschen liebevolle,
kreative Wesen voller Lebensfreude und Vertrauen sind. Im Laufe ihrer Entwicklung
wird vieles von diesem reichen Potential durch Gebote und Verbote, übernommene
Glaubenssätze und Verhaltensmuster verschüttet.
Diesen Verboten und Verhaltensmustern stellt sich M.R.T. radikal entgegen.
Radikal bei M.R.T. ist auch, daß hier der eine der Therapeut des
anderen ist und umgekehrt. Mit der traditionellen Rollenverteilung Therapeut/Klient,
oben/unten, Macht/Ohnmacht wird so gebrochen.
Dieses Menschenbild teilt M.R.T. mit verschiedenen Methoden der Humanistischen
Psychologie, die das Konzept wesentlich beeinflußt haben. Im einzelnen
sind dies die Gesprächspsychotherapie nach Carl R. Rogers, die Transaktionsanalyse
nach Eric Berne und das Re Evaluation Counseling nach Harvey Jackins. Bestimmte
Selbsthilfeansätze und -techniken dieser Therapiemodelle wurden in
den Rahmen der M.R.T. integriert.
Das Konzept der M.R.T. basiert auf der Einhaltung von drei grundsätzlichen
Prinzipien:
-
Wohlwollende Grundhaltung. Die Teilnehmer sind angehalten, sich prinzipiell
einander wohlwollend und mit einem Vertrauensvorschuß zu begegnen
sowie mit der Grundhaltung, daß sie zusammenkommen, um sich mit Unterstützung
der anderen weiterzuentwickeln.
-
Eigenverantwortlichkeit und Verantwortung der Gruppe. Jeder Mann in der
Gruppe ist für sich selbst verantwortlich. Er bestimmt, wann, wo,
wie und woran er in vertrautem Gruppenrahmen arbeiten will. Er wird darin
unterstützt, seine eigenen Methoden, Strategien und Konfliktlösungsmodelle
zu finden, seinen Stil zu entwickeln, seinem eigenem Tempo und letztendlich
sich selbst uneingeschränkt zu vertrauen. Zugleich liegt die Verantwortung
für alles, was bei einem Gruppentreffen geschieht, immer auch bei
der ganzen Gruppe.
-
Verbindlichkeit. Alle Teilnehmer verpflichten sich, die Gesprächsregeln
und Strukturen von M.R.T. einzuhalten. Darüberhinaus werden spezielle
"Kontrakte" bezüglich der Unterstützung, der Regelmäßigkeit
und Pünktlichkeit, der Gruppendauer und des Verlassens der Gruppe
geschlossen. Hierzu gehört auch die Schweigepflicht über Gesprächsinhalte.
|