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Die Ursprünge des Selbsthilfetherapiekonzeptes liegen in der Radikalen
Psychiatrie Bewegung, die 1968 in Berkeley (USA) getragen durch die StudentInnenbewegung
entstand. Der Machtmissbrauch der Psychiatrie wurde angegriffen. Die Kritik
der Radikalen Psychiatrie fordert "eine Abkehr der psychiatrischen Praxis
von ihrer Usurpation durch die etablierte Medizin, eine Abkehr auch von
elitär und unproduktiv bezeichneter individueller Psychotherapie zu
Gruppentherapieverfahren."
Derartige Kritik zielt auf eine Gesellschaft, die sich der Psychiatrie
lediglich als ein Instrument zur Anpassung Abweichender und Dissozialer
an die bestehenden Verhältnisse bedient. Daraus resultiert die Forderung
nach einer Parteinahme der Psychiatrie für die Unterdrückten
und einer therapeutischen Praxis ohne Zwangsmassnahmen und mit klaren Abmachungen.
Die Radikale Psychiatrie versteht sich folglich als politische Theorie
psychischen Leids und politische Praxis der Therapie.
Das Selbsthilfemodell der RT ist eine niederländische Erfindung.
Dort kombinierten Mitte der 70er Jahre Feministinnen ihre Erfahrungen aus
Selbsthilfegruppen mit den Ideen und Theorien der Radikalen Psychiatrie
und des Re-evaluation Counseling und nannten das Konzept FORT (übersetzt:
Frauen organisieren Radikale Therapie).
MRT (Männer machen Radikale Therapie) ist eine Neuentwicklung des
FORT Konzeptes für Männergruppen, d.h. von der Grundidee und
den Techniken sehr ähnlich, aber auf die spezielle Situation von Männern
ausgerichtet.
Schon aus der Entstehungsgeschichte von FORT und MRT wird deutlich,
dass die Bewusstwerdung von Auswirkungen der patriarchalen Gesellschaft
auf Geschlechtsidentität und Geschlechtsrollen als zentrale Ansatzpunkte
für die Selbsterfahrung bzw. Therapie gesehen werden.
Anfang 1985 wurde von zwei niederländischen Männern die erste
MRT Gruppe und 1986 von niederländischen Frauen die erste FORT Gruppe
in der BRD/Westberlin angeleitet. Im Rahmen dieser Aktivitäten haben
die niederländischen Männer auch ein deutschsprachiges MRT Handbuch
erstellt, das in seiner ursprünglichen Form bis heute in Gebrauch
ist.
Seit 1985 wurden in Berlin über 23 Gruppen ins Leben gerufen. Von
diesen Gruppen arbeiten noch ca. 10 Gruppen nach dem MRT Konzept, die
übrigen haben sich nach 1-3 Jahren aufgelöst oder sind mit anderen
"Restgruppen" fusioniert.
In Bonn fand 1991 der erste Gruppenstart außerhalb Berlins statt.
Zur Zeit gibt es bundesweit mehr als 27 MRT-Gruppen, die sich flächendeckend
über ganz Deutschland verteilen. Insgesamt wurden bislang 50 Männergruppen
angeleitet. Die Nachfrage, MRT kennenzulernen und zu übernehmen,
nimmt dabei stetig zu.
Jede MRT Gruppe wird durchschnittlich mit 8-10 Männern gestartet,
das heißt, daß bis heute ca. 500 Männer in Deutschland
dieses Selbsthilfekonzept nutzen bzw. genutzt haben. In letzter Zeit steigt
auch das Interesse im Rahmen unterschiedlicher Gemeinschaftsprojekte an
MRT, die das Konzept für ihre Zwecke einsetzen (Transparenz und
Kommunikation in großen Gruppen).
Die Geschichte von MRT in Österreich lag bislang im Dunklen, d.h.
es war bislang nicht dokumentiert, was für Gruppen in Österreich
existiert haben (in Wien soll es vor Jahren eine gegeben haben).
In Graz begann im Winter 1999/2000 eine Vorbereitungsphase, in der
einige engagierte Männer sich auf den Weg machten, eine MRT-Gruppe
zu initiieren. So richtig los ging es nach dem ersten Anleitungswochenende
Ende April 2000. Nachdem die Zwischenphase gut verlaufen war, startete
dieses "human-beeing-project" mit den "Contractfeierlichkeiten" Anfang
November 2000 so richtig durch. Jetzt im April 2001 war es
an der Zeit , diese Bande zu erneuern!
Ja, manche von uns sehen im Enstehen dieser Homepage und der neuen MRT-Gruppe
(Zweite Grazer MRT Gruppe steht kurz vor dem ersten Anleitungswochenende)
einen Start einer RT-Offensive für Österreich.
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